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Sind Sie schon einmal nach einer vollen Nacht Schlaf mit einem Gefühl von Schwere, Trägheit und Benommenheit aufgewacht? Vielleicht ist Ihre Zunge belegt, Ihr Appetit gedämpft oder Sie fühlen sich energielos und müde, egal wie viel Sie schlafen. In der ayurvedischen Tradition gelten diese Beschwerden nicht als bloße Reizungen, sondern als häufige Anzeichen von Ama (unverdauten Stoffwechselprodukten). Wenn sich Ama ansammelt und gärt, kann es zu Ama Visha (toxischem Ama) werden – einem schwerwiegenderen und toxischen Zustand, der sich wie Schlamm im Körper ablagert, Gewebe reizt und chronische Krankheiten unbemerkt fördert.
Im Folgenden erkläre ich, was Ama und Ama Visha sind, warum sie sich bilden, wie sie Ihre Gesundheit beeinflussen und wie Sie Ihrem Körper auf sanfte und praktische Weise helfen können, sie auszuscheiden.
Das Sanskritwort Ama bedeutet wörtlich „unreif“ oder „ungekocht“. Stellen Sie sich halbgares Essen auf dem Herd vor – anstatt nahrhaft zu werden, wird es klebrig, sauer und ungenießbar. So verhält sich Ama im Körper: unverdautes oder unzureichend verarbeitetes Material, das schwer und klebrig ist und Beschwerden verursachen kann. Bleibt Ama längere Zeit im Körper, gärt es und wird giftiger; dieses Stadium nennt man Ama Visha (toxisches Ama). Ama Visha blockiert nicht nur die Verdauung, sondern kann sich ausbreiten, Entzündungen hervorrufen und die normale Funktion des Gewebes stören.
Im Ayurveda dreht sich alles um Agni (Verdauungsfeuer) – die innere Wärme, die Nahrung verdaut, Zellen mit Energie versorgt und das, was wir essen, in nutzbare Energie umwandelt. Wenn Agni stark ist, wird Nahrung zu Nährstoffen; wenn Agni schwächer wird (Agnimandya), bleibt die Nahrung unverdaut und wird zu Ama.
Häufige Faktoren, die Agni schwächen:
Ama äußert sich in alltäglichen Unannehmlichkeiten:
Wenn Ama sich mit einem bestimmten Dosha vermischt, verändern sich die Symptome: Sama Vata kann sich durch Blähungen und Gelenkschmerzen äußern, die sich bei feuchtem Wetter verschlimmern. Sama Pitta kann sich als Sodbrennen oder ein brennendes, schweres Gefühl zeigen.
Obwohl die moderne Medizin den Begriff Ama nicht verwendet, existieren ähnliche Vorstellungen in biologischen Begriffen:
Ziel ist es nicht, den Körper zu „bekämpfen“, sondern Agni zu stärken, damit der Körper Ama auf natürliche Weise verdauen und ausscheiden kann. Ayurveda verfolgt oft eine dreiteilige Strategie namens Apatarpana (Aufhellungstherapie):
Phase 1 — Deepana (das Feuer entzünden)
Kleine, stetige Übungen zur Anregung der Verdauung:
Phase 2 — Pachana (Verdauung der Toxine)
Sobald die Verdauung angeregt ist, sollte man sich auf leicht verdauliche Lebensmittel und schonende Maßnahmen konzentrieren:
Phase 3 — Schodana wenn gebraucht
Bei tiefsitzenden Ama und anhaltenden Symptomen kann eine überwachte Entgiftung (Panchakarma) unter ärztlicher Aufsicht empfohlen werden. Verfahren wie Virechana (therapeutische Ausleitung) oder Vamana (therapeutisches Erbrechen) sind spezifische medizinische Eingriffe zur Entfernung tiefsitzender Toxine – sie müssen jedoch nach sorgfältiger Untersuchung von einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden.
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